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Begrüßung

Liebe Gemeinde,

Es ist ein Foto. Ein Bild des neuen Pfarrteams für die Viernheimer Pfarreien Johannes XXIII und St. Hildegard-St. Michael.

Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz hatte sich in einem Brief, durch Pfarrer Michael Ritzert (Ordinariat Mainz) im Fronleichnamsgottesdienst verlesen, an die Viernheimer Katholiken gewandt.

In diesem Brief hat er dargelegt, dass Pfarrer Dr. Ronald Givens zum 1. Juli 2019, als Pfarrer und Pfarradministrator für die Viernheimer Pfarrgruppe, gemeinsam mit Diakon Titus Brößner, den Gemeindereferentinnen Angela Eckart und Dorothea Busalt, sowie Gemeindereferent Herbert Kohl im Auftrag des Bischof Prof. Peter Kohlgraf die Verantwortung tragen werden.

Persönlich bedeutet dieses Bild mir mehr. Das Foto ist auch eine Aussage: Was ich auf dem Bild sehe, bzw. wie ich es sehe, hängt davon ab, welche Lebenserfahrungen mich geprägt haben, was mir persönlich wichtig ist und auch, welches Bild von Kirche ich habe.

Vor fünfzehn Jahren hätte ich auf diesem Bild einen Pfarrer und einen Diakon gesehen. Daneben drei hauptamtliche Laien. Wahrscheinlich hätte ich noch dazu gesagt: Nur noch ein Pfarrer in Viernheim.

Seither habe ich in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und kirchlichen Arbeitsfeldern erfahren, dass mein Leben reich geworden ist, durch das, was ehrenamtlich und hauptamtlich Berufene mir erzählt, mich gelehrt, mit mir erarbeitet haben. Meine eigene Berufung als Priester und mein Dienst als Pfarrer ist ergänzt, korrigiert und geklärt worden durch die Berufungen der Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte oder die ich erlebt habe.

Heute sehe ich auf dem Bild fünf Frauen und Männer, die Gott berufen hat. Fünf Frauen und Männer, die der Bischof zum 1. Juli 2019 beauftragt hat, hier in Viernheim, mit den anderen hauptamtlich und ehrenamtlich Berufenen zu überlegen, warum Gott seine Kirche verändert und was sein Ziel sein könnte? Heute sage ich: Welch ein Reichtum in Viernheim! Fünf Berufene und vom Bischof Beauftragte.

Und ich sehe, wer noch gar nicht auf dem Foto abgebildet ist: Frau Schoeneck, Frau Feifer, Frau Windörfer, Sr. Silvia und Sr. Mathilde, Frau Weckler. Alle vom Bischof beauftragt in Viernheim in der kategorialen Seelsorge zu wirken. Dazu habe ich im Blick, all die Jugendlichen, die Frauen und Männer, die ehrenamtlich ihre Berufung und ihre Sendung durch Taufe und Firmung hier in Viernheim leben. Dazu unsere Schwestern und Brüder in den Kirchen der Reformation, die mit uns hier ihre Sendung und Berufung leben.

All das steckt für mich in dem Foto. Der sichtbare und der unsichtbare, aber vorhandene, Reichtum der Kirche Gottes in Viernheim. Mich freut, dass unser Bischof all diesen Berufungen sein Vertrauen schenkt.

Pfr. Ronald Givens

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Präambel

Christliche Werte in Wort und Tat

„Christliche Werte in Wort und Tat“

 

Wahlperiode des Pfarrgemeinderates der Gemeinde St. Hildegard–St. Michael zu Viernheim 2015 – 2019

 

Im heiligen Jahr der Barmherzigkeit und im Wissen um unsere konkrete Sendung, sich die Leitungsgremien von St. HiMi, die pastorale Ausrichtung unserer Gemeinde grundsätzlich mit Blick auf unsere christlichen Werte in Wort und Tat zu gestalten.

 Es ist unsere feste Überzeugung, dass unsere christlichen Werte nach wie vor von großer Relevanz für die Gestaltung einer sozialen und friedlichen Gesellschaft sind. Wir wollen uns leiten lassen von den Worten und Gedanken des großen spirituellen Religionsphilosophen Martin Buber, der sagte: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.[1] Zur Konkretisierung unseres Handelns wollen wir uns durchdringen lassen von den Worten des Matthäusevangeliums: „Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“[2]

Diese frohe Botschaft soll unsere Gremien und unsere Gemeindemitglieder zur persönlichen Begegnung ermutigen. Wir wollen mit Menschen aller Rassen und Sprachen, aller Schichten und Gruppen unterwegs sein. „Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. Zwischen Ich und Du steht keine Begrifflichkeit, kein Vorwissen und keine Phantasie; und das Gedächtnis selber verwandelt sich, da es aus der Einzelung in die Ganzheit stürzt. Zwischen Ich und Du steht kein Zweck, keine Gier und keine Vorwegnahme; und die Sehnsucht selber verwandelt sich, da sie aus dem Traum in die Erscheinung stürzt. (...)“.[3]

In den kommenden vier Jahren wollen wir über unsere christlichen Werte nachdenken, reflektieren und in Taten sichtbar werden lassen. Als persönliche, wie auch für die Gemeinde gedachte Orientierungshilfe, sollen die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit dienen. Als besonders wertvoll erachten wir die „7 Werke der Barmherzigkeit für heute“, wie sie 2006 von Bischof em. Joachim Wanke formuliert wurden:

Einem Menschen sagen:         


1) „Du gehörst dazu.“

2) „Ich höre dir zu.“

3) „Ich rede gut über dich.“

4) „Ich gehe ein Stück mit dir.“

5) „Ich teile mit dir.“

6) „Ich besuche dich.“

7) „Ich bete für dich.“

„Die wahre Gemeinde entsteht nicht dadurch, daß Leute Gefühle füreinander haben (wiewohl freilich auch nicht ohne das), sondern durch diese zwei Dinge: daß sie alle zu einer lebendigen Mitte in lebendig gegenseitiger Beziehung stehen und daß sie untereinander in lebendig gegenseitiger Beziehung stehen. Das zweite entspringt aus dem ersten, ist aber noch nicht mit ihm allein gegeben. Lebendig gegenseitige Beziehung schließt Gefühle ein, aber sie stammt nicht von ihnen. Die Gemeinde baut sich aus der lebendig gegenseitigen Beziehung auf, aber der Baumeister ist die lebendige wirkende Mitte.“[4]

 

Unsere lebendige Mitte ist der eine, allumfassende und barmherzige Gott, dessen Geist unser Handeln in Wort und Tat durchdringen möge und dessen Sohn Jesus Christus mit uns auf dem Weg durch unsere Zeit ist.

Zum Logo: Das Logo wird bereits von unserem „Katholischen Sozialzentrum“ in Viernheim verwendet. Jesus wäscht die Füße. Auch wir sind berufen seinem Beispiel zu folgen. Immer im Bewusstsein, dass der Dienst am Nächsten im wahrsten Sinne „Gottesdienst“ ist.

 

 Jürgen Gutperle                                       Vorsitzender des Pfarrgemeinderates

Angelo Stipinovich                                     Pfarrer - Für den Verwaltungsrat

 


[1] „Alles wirkliche Leben ist Begegnung." - Werke I. Schriften zur Philosophie, S. 85 u. "Das Dialogische Prinzip. Ich und Du", S. 15, 5. Aufl. Heidelberg 1984.

[2] Mt 25,35-36.

[3] Ich und Du (1923), in: Das Dialogische Prinzip. 4. Aufl. Heidelberg 1979.

[4] Ich und Du (1923), in: Das Dialogische Prinzip. 4. Aufl. Heidelberg 1979.

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